Das Glossar beschreibt eine Auswahl von Begriffen, die auf diesen Internetseiten verwendet werden. Es sind keine juristisch klar definierten Begriffe.
A
Ablaufplanung
Sammelbegriff für die Aufgaben zur Vorbereitung einer Baustelle. In der Ablaufplanung wird eine grobe Ausführungstruktur erstellt und zwar bevor mit der Ausführung begonnen wird. Die wesentlichen Aufgaben sind Produktionskonzept, Arbeitsverzeichnis und Baustelleneinrichtung.
Ablaufsteuerung
Sammelbegriff für die Aufgaben zur Steuerung einer Baustelle während der Ausführung. Die Ablaufsteuerung beginnt mit der Ausführung. Vorausetzung ist die große Struktur der Ablaufplanung. Die Ablaufsteuerung arbeitet nach dem Prinzip des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP), d.h. Grundlage sind die Bauaschnitte und die schrittweise Ausführung der Bauabschnitte. Die wesentlichen Aufgaben sind die verfeinerte Ablaufplanung, die Erfassung der aktuellen Daten und die wirtschaftliche Prüfung.
Angebot
- Im Sinne des Bauherrn eine preisliche Angabe zu angefragten Leistungen.
- Im Sinne der Baufirma, dem Planungsbüro eine preisliche Angabe zum Verkauf von Leistungen. Grundlage vom Angebot ist die Angebotserstellung mit Kalkulation und preislicher Einschätzung.
Arbeitsgestaltung
Sammelbegriff für die Verbesserung von Arbeitsabläufen innerhalb einer betrieblichen Organisation.
Arbeitskalkulation
Die Arbeitskalkulation ist ein Sonderthema der Kalkulation. Eine Kalkulation ist nach dem Ausschreibungsprinzip des Bauherrn angelegt. Diese Struktur passt oftmals nicht mit der Kostenstruktur einer Baustelle zusammen. In der Arbeitskalkulation findet somit eine Anpassung der „Kostenstruktur Auftrag“ an die „Kostenstruktur Baustelle“ statt. Die wesentlichen Elemente für die Baustelle sind die Herstellkosten mit Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) und Gemeinkosten der Baustelle (GKB).
Arbeitsverzeichnis
Im Arbeitsverzeichnis werden alle Leistungen, die innerhalb eines Bauabschnittes anfallen, erfasst. In der Ablaufplanung umfasst dies die geplanten Leistungen, in der Ablaufsteuerung die ausgeführten Leistungen.
Bedeutung: das Arbeitsverzeichnis ist somit ein zentrales Element der Bauausführung, da die Mehrzahl der weiteren Aufgaben wie Kapzitätsplanung, Terminplanung, Abrechnung, Nachträge oder Wirtschaftlichkeit auf diese Daten zugreifen.
Kennzahlen: Im Arbeitsverzeichnis werden die voraussichtlichen Kosten des Bauabschnittes und die Abrechnungskosten gegebnüber dem Auftraggeber dargestellt.
Arbeitsvorbereitung
- Abteilung oder Arbeitsgruppe in einer Baufirma, die für die Bauleitung Aufgaben aus der Ablaufplanung oder der Ablaufsteuerung ausführt.
- Gruppierung von Aufgaben zur Vorbereitung einer Bauausführung. Da es aber bei der Bauausführung ein ständiges Wechselspiel zwischen Planung und Steuerung gibt, läßt sich die Aufgabe Arbeitsvorbereitung nicht sauber eingrenzen. Die Arbeitsvorbebereitung ist ein bischen in der Ablaufplanung und ist ein bischen in der Ablaufsteuerung.
Auftraggeber
Synonym für einzelne Personen, Personengruppen oder juristischen Organisationen, die einen Auftrag für eine bestimmte Leistung vergeben haben. Die Leistung kann eine Planungs-, Genehmigungs- oder Bauleistung sein. Unterschied zum Bauherr, es gibt einen Vertrag.
äusserer Kreislauf
Der äussere Kreislauf beschreibt die Leistungen, die eine Firma gegenüber dem Kunden (Auftrageber) erbringt. Die Leistungen sind fachliche Anforderungen an die Planung (Entwurf, Tragwerk …) oder Ausführung (Rohbau, Heizung …) eines Bauwerkes.
B
Bauabschnitt
Ein Bauabschnitt ist eine Anzahl von Bauleistungen, die in einer Gruppe zusammengefaßt sind. Die Leistungen innerhalb eines Bauabschnittes sollten in einem zusammenhängenden Arbeitsprozess ausgeführt werden.
Hierarchie: Bauabschnitte können in übergeordneten Bauabschnitten zusammengeführt werden.
Objekte: Eine Bauabschnitt ist ein gedankliches (strukturelles) Objekt.
Synonym: Takte, Phasen
Baubetrieb
- Sammelbegriff für alle Aufgaben in der Organisation, die mit der Beschaffung und Umsetzung eines Auftrages im Bauwesen zu tun haben. In der Regel wird die Begriff Baubetrieb nur im Zusammenhang mit der Baustelle gesehen. Aber auch die Umsetzung von Aufgaben im Bereich der Planung unterliegen den Gesetzmäßigkeiten des Baubetriebes. Der Baubetrieb gehört in den Bereich des inneren Kreislaufes einer Organisation, d.h. ein Auftraggeber beauftragt keine betrieblichen Aufgaben. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers für eine qualitaiv hochwertige Umsetzung seiner Leistung baubetriebeliche Arbeitsaufgaben einzusetzen.
- Sammelbegriff für Firmen die handwerkliche und industrielle Leistungen bei der Erstellung eines Bauwerkes erbringen. Insbesondere werden bestimmte Leistungen (Fertigungsverfahren) den Baubetrieb zugeordnet wie der Ortbetonbau, Verbautechniken, Fertigteile, Straßenbautechniken und weitere …
Bauherr
Synonym für einzelne Personen, Personengruppen oder juristischen Organisationen, die ein Bauwerk erstellen lassen oder lassen wollen.
Bauleitung
Synonym für einzelne Personen, Personengruppen oder juristischen Organisationen, die verantwortlich für die Umsetzung einer Baumaßnahme, insbesondere der Bauausführung sind.
Die Bauleitung bezieht sich auf die Rolle des jeweiligen Bau-Beteiligten im Bauprojekt und hat dadurch unterschiedlichen Bedeutungen:
- Bauherr: Die Bauleitung, im Auftrag des Bauherrn, ist in der Regel für die gesamte Umsetzung des Bauprojektes verantwortlich, also für das Wechselspiel zwishcen Entwurf, Genehmigung, Planung und Ausführung.
Der Bauherr kann die Bauleitung aber auch in Teilaufgaben aufteilen, wie z.B. Projektmanagement, Gewerk Rohbau, Gewerk Gebäudetechnik etc. - Baufirma: Die Bauleitung, im Auftrag der Baufirma, ist für die industrielle und handwerkliche Ausführung auf der Baustelle verantwortlich.
Baumanagement
Sammelbegriff für die Aufgaben, die mit der organisatorischen Umsetzung eines Bauprojektes im Sinne des Auftraggebers zutun haben. Die Aufgaben im Baumanagement werden vom Auftraggeber beauftragt und bezahlt. Das Baumanagement ist abgeleitet vom allgemeinen Projektmanagement und bezieht sich auf die besonderheiten des Bauwesen. Das Baumanagement zugehört zum äußeren Kreislauf der Organisation.
E
Einheitspreis
Der Einheitspreis (EP) beschreibt, zu welchem Preis wird eine Leistung an den Auftraggeber verkauft. Da die Mengenansätze bei der Beschreibung von Leistungen zu Beginn einer Planung ungenau sind, wird bei der Vergabe von Aufträgen nicht ein Gesamtpreis vereinbart, sondern ein Basispreis bezogen auf die Menge 1 (€/m²; €/m³ …).
Bei der Abrechnung wird später die tatsächlich ausgeführte Menge bezahlt!
Der Einheitpreis setzt sich aus den Selbstkosten und dem gewünschen Gewinn zusammen. Die Umsatzsteuer ist Sinne einer Baufirma, eines Planungsbüros kein Kostenanteil und somit nicht Bestandteil des Einheitspreises (Nettowert).
Vorsicht: Wegen der Struktur der Einheit (€/m² …) wird der Einheitspreis und der Kostenkennwert oft verwechselt!
F
Fachmodell
In einem Fachmodell wird das Ergebniss, auch Teilergebnis, einer Fachplanung dokumentiert. Das Fachmodell ist die Basis für eine BIM-orientierte Kommunkation und sollte daher die Anforderungen für objektorientierte Modelle erfüllen: Grundmodell, Objektstruktur, klare Trennung zwischen Fachplanungen, IFC-Austauschformat.
Literatur: Objektorientiert Planen und Bauen mit BIM
Fachplanung
Sammelbegriff für alle Aufgaben, die mit der Planung und organisatorischen Umsetzung eines Bauwerkes zutun haben. Fachplanungen sind z.B. die Tragswerksplanung, die Vermessung, die Entwurfsplanung, das Projektmanagement oder die Baugenehmigung.
Die Ergebnisse der Fachplanung wird in Fachmodellen zusammengefasst. Basis der Fachplanung sollte die modere modelbasierte (objektorientierte) Gebäudeplanung sein.
i
innerer Kreislauf
In einem Unternehmen beschreibt der innerer Kreislauf, die Aufgaben, die für die firmeninterne Organsation wesentlich sind. Diese Aufgaben werden von einem Auftraggeber weder beauftragt noch bezahlt. Sie sind für die qualitaiv hochwertige Erstellung der fachlichen Leistung (äussere Kreislauf) und wirtschaflich erfolgreiche Umsetzung wichtig.
Organisatorisch gliedert sich eine Unternehmung in zwei Bereiche:
Rechnungswesen (Betriebswirtschaft) und Produktionsplanung und – steuerung (fachliche Leistung).
K
Kalkulation
Die Kalkulation beschreibt Verfahren für die Ermittlung der voraussichtlichen Kosten für die Ausführung einer Leistung. Also welche Kosten entstehen dem Auftragnehmer (Baufirma, Planungsbüro, Verwaltung) bei der Erbringung einer Leistung.
In der Regel bezieht sich eine Kalkulation auf ein Leistungsverzeichnis und zu den Leistungen werden Einheitspreise (Preis je Einheit: €/m²; €/Stück …) ermittelt. Grundelemente des Einheitspreise sind die voraussichtlichen Kosten und der gewünschte Gewinn (Nettowert).
Kostenkennwert
Der Kostenkennwert (KKW) beschreibt, welche Kosten sind bei vergangenen Projekten für ein Objekt entstanden. Ein Kostenkennwert ist ein statistisches Mittel aus einer Vielzahl von abgeschlossenen Projekten. Der Kostenkennwert bezieht sich, bezogen auf das Objekt, auf die Mengeneinheit 1 – daher €/Einheit (m², m³, Stück …).
Da auch die Umsetzsteuer (Mehrwertsteuer) Kosten für den Bauherrn sind. Ist diese oftmals im Kostenkennwert (Bruttowert) enthalten.
Vorsicht: Wegen der Struktur der Einheit (€/m² …) wird der Kostenkennwert und der Einheitspreis oft verwechselt!
Kostenmanagement
Kostenmanagement beschreibt die Art der Kostenverfolgung, die ein Baherr für sich selber umsetzen sollte. Die wesentlichen Elemente sind Kostenrahmen, Kostenbudget, Finanzierung, Auftragsvergabe, Auftragsabrechnung, Kostenprognose und Mittelanforderungen bei Fördermittel.
Kostenplanung
Die Kostenplanung beschreibt Verfahren zur Ermittlung und Überwachung der Kosten, die dem Bauherrn entstehen. Grundlage der Kostenplanung ist in der Regel die DIN 276, das Bauwerk wird hierbei in Objekte unterteilt und für die Objekte gibt es Kostenkennwerte (€/m²; €/Stück). Grundelemente der Kostenkennwerte sind Ausgaben bei vergangenen Projekten (Bruttowert).
M
Metaversum
Das Metaversum ist eine digitale, virtuelle Welt oder Sammlung von virtuellen Räumen, in der Menschen mithilfe von Avataren miteinander interagieren, arbeiten, spielen, lernen und soziale Erfahrungen teilen können – ähnlich wie in der realen Welt, aber im Internet.
Quelle: ChatGPT: 02.09.25
O
Objekte
Objekte beschreiben alle Elemente eines Bauwerkes. Insbesondere in der CAD und in der Tragswerksplanung sind die Objekte die Grundlage für eine modellbasierte Modellierung eines Bauwerkes. Auf der Baustelle sind die Objekte die Bauteile, die hergestellt werden.
Objekte werden durch ihre Eigenschften und Methoden beschrieben.
gegenständliche Objekte: Bauteile wie Wand, Stütze, Decke
gedankliche Objekte: organisatorische Elemente wie Bauabschnitte, Ebene, statische Systeme
Literatur: Objektorientiert Planen und Bauen mit BIM
objektorientiert
Beschreibung einer Arbeitsmethode mit der ein Bauwerk geplant und ausgeführt wird. Basis sind Objekte, ihere Eigenschaften und methoden. Die Methode öffnet moderne Ansätze aus der IT für das Bauwesen, da Datenbanken, internetbasierte Zusammenarbeit und KI-Techniken aus objektorientierten Strukturen bestehen.
Synonym: modellbasierte Planung, parametrisches Planung
V
virtueller Raum
Ein virtueller Raum ist ein digitaler, computergenerierter Ort, in dem Menschen interagieren, kommunizieren oder zusammenarbeiten können, ohne physisch anwesend zu sein. Solche Räume existieren in der Regel in 3D oder 2D und werden über das Internet zugänglich gemacht – z. B. über den PC, ein Smartphone, eine VR-Brille oder andere Endgeräte.
Quelle: ChatGPT: 02.09.25

